Marcus Handvest bezeichnet sich selbst als „typischen ITler“, welcher an Mode eher weniger interessiert ist. Daher merkte er beim Einkaufsbummel mit seiner Freundin des Öfteren an, dass T-Shirt Designs seinetwegen auch von Affen gemacht werden könnten. Was als amüsanter Ausdruck der Gleichgültigkeit gegenüber der Mode begann, wurde zu einem Mode-Geschäftsmodell. Denn zusammen mit seiner Freundin entwickelte der Gründer die Marke ajoofa – die erste von Affen gestaltete Modekollektion. Auch wenn diese Behauptung beim Anblick mancher Schaufenster durchaus angezweifelt werden könnte, machten sich die beiden motiviert ans Werk.
Die Mitarbeitergewinnung gestaltete sich erfolgreich, auch wenn das künstlerische Talent der Affen – wie auch beim Menschen – eher ungleich verteilt ist. So mussten die Gründer zunächst die möglichen Designer dahin gehend beurteilen, ob sie mit den bereitgestellten Farben etwas anfangen konnten oder ob sie diese eher als bunten Snack betrachteten. Glücklicherweise fanden sich in den Zoos und Auffangstationen genug talentierte Primaten-Picassos, um die erste Kollektion von ajoofa auf den Markt zu bringen. Angestachelt durch die positive Resonanz der Kunden, möchten die Gründer jetzt in das Marketing, den Online-Auftritt und eine neue Kollektion investieren. Hierfür fehlen jedoch noch 80.000 Euro, für welche sie den Löwen 10 % ihrer Anteile anbieten.
Als Geschenk für die Löwen hatten die Gründer für jeden ein Affen-Shirt dabei, welches den Investoren hinsichtlich Optik und Qualität durchaus zusagte. Auch das ökologisch bewusste Geschäftsmodell kam an: Von den Einnahmen fließt ein kleiner Teil zurück an die zoologischen Einrichtungen, welche die Design-Abteilung des Unternehmens beherbergen. Frank Thelen lies sich da gleich mal, überraschend frei von jeglichem Zynismus, über die unterschiedliche Kunstaffinität der Primaten unterrichten.
Die Affen brachten ihre Kreativität auf die Shirts, doch den Löwen fehlte es an kreativen Ideen für deren Vermarktung. Denn aktuell bieten die T-Shirts zwar einen guten Deckungsbeitrag, die Umsatzsituation ist jedoch überschaubar. Die naheliegendste Option – der Verkauf direkt im Tierpark – scheidet jedoch aus, da die Familien vor Ort meistens nicht für die vom Unternehmen bewusst nachhaltig produzierte und dementsprechend teure Kleidung bezahlen möchten. Daher betrachteten die Löwen das Werk der Affen eher als Hobby und die Gründer blieben ohne Investment.
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