EMS steht für Elektromuskelstimulation. Hierbei wird die Muskelkontraktion durch eine elektrische Stimulation induziert, was zu Muskelbelastung und damit zu Muskeltraining führt. Aktuell wird diese Technik im Reha-Bereich eingesetzt, um Patienten davor zu bewahren, dass sich die Muskulatur in einer aktuell nicht bewegungsfähigen Körperpartie über die Zwangspause hinweg zurückbildet. Die Erfinder des Antelope Suite um den Geschäftsführer Philipp Schwarz wollen diese Technik nun auch in den regulären Sportbetrieb bringen. Hierfür wünschen sie sich einen der Löwen als Partner und bieten 5 % ihrer Unternehmensanteile für 250.000 Euro.
Hieraus lässt sich eine Unternehmensbewertung von 5 Millionen Euro ableiten. Diese rechtfertigen die Gründer mit der Neuartigkeit ihres Produktes. Der Antelope Suite soll die Elektrostimulation ohne langwierige Verkabelung lösen. Der Sportler schlüpft in den Anzug und steuert die Intensität des EMS bequem per Smartphone App. Neben der Ganzkörper-Version gibt es auch Bekleidungsstücke für Teilbereiche des Körpers.
Jochen Schweizer hat als Extremsportler eine beeindruckende Verletzungshistorie und kennt die Technik daher aus der Reha-Anwendung sehr gut. Daher stellte er sich spontan als Testperson bereit, war aber von der Leistungsfähigkeit der Technik wenig beeindruckt. „Geht nicht mehr?“ Selbst auf der maximalen Belastungsstufe konnte die Elektrostimulation den erfahrenen Sportler nicht herausfordern. Vielleicht war Judith Williams, die nach eigenen Angaben ihre Liegestütze auf dem Rücken macht, eher die passende Kundin? Diese zeigte zwar eine deutlichere Reaktion bei der Testvorführung – jedoch statt sportlicher Beanspruchung in Form eines ausgiebigen Lachkrampfs aufgrund des als kitzelnd wahrgenommenen Gefühlserlebnisses.
Die Gründer hatten daraufhin jedoch eher weniger zu lachen. Vural Öger sah im Antilopen Anzug wenig Unterschiede zu einer 79 Euro Variante, die er im Teleshopping Kanal erworben hatte. Judith Williams sah das zwar anders, sah aber trotzdem keinen Anlass zur Investition. Ebenso Jochen Schweizer, der nicht verstand, wieso gesunde Menschen nicht ohne elektrische Unterstützung im Sport auskommen sollten. Frank Thelen hatte da mehr Verständnis für die Technik, die er im aktuellen Trend zur elektronisch unterstützten Selbstoptimierung gut aufgehoben sah. Trotzdem sah auch er von einem Investment ab, sodass die Antilopen zwar in einem Stück, aber ohne neue Finanzmittel das Löwengehege verlassen mussten.
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