Der Schwabe muss gemeinhin mit den Vorurteilen leben, zwar sehr fleißig zu sein, aber eben auch eine ausgeprägte Sparsamkeit an den Tag zu leben. Böse Zungen verwenden da auch gerne die Bezeichnung „Geiz“. Die beiden jungen Gründer von Frizle – Martin Nikolaus Sluk und Thomas Sebastian Spieler – gelangten jedoch beim Kochen der typischen schwäbischen Spätzle, einer Art Eiernudeln, an die Grenze des landestypischen Fleißes. Der Abwasch der benötigten Utensilien bereitete den beiden Männern wenig Freude. Mit schwäbischem Erfindergeist fanden sie jedoch die passende Lösung: die Einweg-Spätzlepresse aus dem Supermarktregal. Die Löwen sollten für ein Investment jedoch nicht allzu viel der schwäbischen Sparsamkeit verinnerlicht haben: Ganze 500.000 € wurden für 10 % der Unternehmensanteile aufgerufen.
Nachdem sie mit den ersten Prototypen noch gewisse Problemstellungen hatten, holten sich die beiden Gründer eine Lebensmitteltechnikerin als Expertin ins Boot. Gemeinsam gelang es, den Instant-Spätzleteig zur Marktreife zu bringen. Die Verpackungen enthalten Spätzleteig „wie von Oma“, komplett Bio und mit frischen Eiern. Ein Fertigteig als solcher ist natürlich wenig innovativ, doch der Clou von Frizle steckt in der Verpackung. Diese dient als Spätzlepresse und ermöglicht es dem Koch, die schwäbische Spezialität ohne weitere Utensilien in den Topf zu befördern.
Nach so viel Sport aus den vorherigen Pitches gab es für die Löwen nun endlich wieder mal eine „Fütterung“. „Die Spätzle schmecken gut!“ – nach diesem Statement von Jochen Schweizer fiel den Gründern sicherlich ein erster Stein vom Herzen. Weniger schmackhaft war die aufgerufene Unternehmensbewertung. Frank Thelen und Jochen Schweizer hatten hierfür wenig Verständnis und ließen sich auch nicht von der bereits getätigten Investition in eine Maschine in Höhe von 300.000 Euro besänftigten. „Der Wert eines Unternehmens bemisst sich nicht daran, was man bereits investiert hat“ – dieser Satz von Jochen Schweizer sollte vielleicht in die Bewerbungsunterlagen zur Sendung integriert werden.
Erschwerend kam hinzu, dass das Unternehmen im ersten Quartal bisher nur 15.000 Euro Umsatz erzielen konnte. Dass die Gründer dann schon, auf Basis theoretisch vorhandener Marktpotenziale, einen Unternehmenswert von 4,5 Mio. Euro definieren, dafür hatte die Familienunternehmerin Lencke Steiner wenig Verständnis: „Etwas mehr schwäbische Hausfrau wäre hier angemessen gewesen.“ Ein gutes Produkt, doch eine überzogene Bewertung – so gab es leider kein frisches Geld für die frischen Spätzle.
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