Das letzte Hemd möchte Unternehmerin Anita Carmen Lassak nicht an den Mann bringen. Im Gegenteil. Ein Herrenhemd mit besonderem Kniff soll es sein: „Jobbello“ verrutscht nämlich nicht, egal wie viel Mann sich bewegt. Das Hemd, als wichtiger Teil der alltäglichen „Business-Uniform“, sitzt sicher und perfekt in Hose. Das probierte Jochen Schweizer nach der ersten Vorführung der mitgebrachten Männermodels, gleich einmal aus und war, wie alle anderen Anwesenden, angenehm überrascht. Für ihr „innovatives, preisgekröntes und geschütztes Produkt aus dem Textilbereich“ verlangte die erfahrene, ehemalige Unternehmerin – sie hatte bereits eine Immobilien- und eine Hochzeitsfirma aufgebaut – 200.000 Euro für 10 Prozent Beteiligung für die „Löwen“.

Die Idee für ein ausgesprochenes No-Name-Hemd knapp 60 Euro pro Stück zu verlangen, lies Reiseriese Vural Öger letztlich zweifeln, ob sich eine Beteiligung seinerseits wirklich rentiert. Auch Lencke Wischhusen stufte diesen Preis für ein reines „Funktionshemd“, das kein Modeaccessoires sei, als deutlich zu hoch ein.

Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern, sah Jochen Schweizer den Markt für das Produkt durchaus.
Seine Sorge: „Jobbello“ sei als Produkt „nicht schützbar“, weshalb jeder größere Kleiderproduzent die Idee leicht kopieren und dann unter dem eigenen Namen im großen Stil vertreiben könne.

Die Tatsache, dass Anita Lassaks aktueller Geschäftspartner für sein Investment von 250.000 Euro in Jobbello bereits die Hälfte der Unternehmensanteile erhalten hatte, machte es für Frank Thelen als möglichem dritten Investor „sehr sehr schwierig“, sich jetzt noch sinnvoll auf den Deal einzulassen. Grund: Die Besitzanteile an der Erfindung seien schon jetzt und besonders später unter mehren Parteien zu ungleich verteilt.

Die Aussicht darauf, das Produkt schnell auszuweiten und direkt verkaufen zu können sowie der enorme Ehrgeiz der Erfinderin motivierten schließlich Judith Williams und überraschend abermals Frank Thelen zu einem neuen Angebot. Der Vorschlag: Jeweils 25 Prozent aller Anteile gehen für insgesamt 200.000 Euro Investment an die Homeshopping-Queen und den App-Experten. Die anderen beiden Geschäftspartner sollten jeweils 30 (Lassak) und 20 Prozent der Firma erhalten. Zusätzlich bekämen Thelen und Williams je einen Euro pro verkauftem Hemd, bis ihr investiertes Kapital wieder zurückgeflossen sei.

Der Unwille ihres Geschäftspartners, seine bisher 50 Prozent Anteil auf nur noch 20 Prozent zu reduzieren, kostete die engagierte Geschäftsfrau schlussendlich ihre neue Chance und den erhofften Deal, den sie ihrerseits „sehr gerne“ abgeschlossen hätte.

„Es ist schade, dass er es nicht angenommen hat. Er hat den Mehrwert nicht gesehen. Es ist schade für sie, weil sie haben sehr viel gearbeitet!“, kommentierte Judith Williams das plötzliche, von der Kandidatin nicht gewollte aus. Und Frank Thelen lobte Anita Lassak anerkennend als „eine der besten Unternehmer, die wir je gesehen haben!“. Etwas enttäuscht aber optimistisch verließ diese die Startup-Show: „’Jobbello‘ geht ganz normal weiter!“, versprach sie.

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