Koawach – Gib dem Affen Guarana!
Zwei Freunde packen in ihrer WG-Küche ein, mit der Feinwaage exakt abgewogenes, Pulver in kleine Tütchen ab und versuchen dies gewinnbringend zu verkaufen. Dass dies ein Fall für die Löwen statt für die Kriminalpolizei ist, liegt am spannenden Inhalt dieser kleinen Verpackung: dem ersten guaranahaltigen Kakao. Die zwei jungen Gründer rückten, passend zum exotischen Thema, mitsamt Affe zum Pitch an. Und auch wenn der Affe ein kostümiertes Maskottchen und kein exotisches Haustier war – die Aufmerksamkeit der Löwen war geweckt.
Mit Koawach (www.koawach.de) bieten die beiden Gründer, Heiko Butz und Daniel Duarte, eine Alternative zum Kaffee: einen mit Guarana angereicherter Kakao-Drink, erhältlich in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Hierfür verwenden sie nach eigenen Angaben „besten Kakao aus Lateinamerika“ und bieten ein Produkt ohne E-Stoffe, vegan und zudem fair gehandelt.
Da viele Worte keine Geschmacksprobe ersetzen können, gab es natürlich eine freie Auswahl aus dem Produktsortiment für die fünf Löwen. Judith Williams fand den Kaowach direkt super: „Lecker, nicht zu süß!“
Damit diese Geschmacksprobe auch anderen Kunden zuteilwerden kann, benötigen die beiden Gründer 120.000 Euro, wofür sie 10 % ihrer Unternehmensanteile anbieten. Und, nicht zu vergessen, ein optisch ansprechendes Koawach T-Shirt. Konnte da jemand widerstehen?
Direkt merkten sie an, dass die Fertigung aus der heimischen Küche bereits zu einem professionellen Produzenten verlagert wurde. Die Herstellung von Koawach ist also skalierbar, was Frank Thelen leider seiner Standardfrage beraubte. Auch Jochen Schweizers obligatorisches Nachhaken hinsichtlich der Kalkulation wurde zufriedenstellend beantwortet: Der Kakao bietet einen guten Deckungsbeitrag, auch wenn der Break Even des jungen Start-ups erst in 2016 geplant ist.
Lencke Steiner sah für die Trinkschokolade nur einen kleinen Markt. Die jungen Gründer konterten dies mit einem Gegenargument: Ihr Produkt sei innovativ und vergrößere die Zielgruppe. Frank Thelen war davon sehr angetan: „Ihr habt euren Markt selber erfunden!“ Vural Öger und Judith Williams bereitete zudem allein der Gedanke, die beiden sympathischen Gründer ohne Finanzmittel ziehen zu lassen, ein schlechtes Gewissen. Daher bastelten die drei – Thelen, Öger, Williams – ein Angebot: 30 % von Koawach für 120.000 Euro und zudem ein Rückfluss von einem Euro je verkaufter Packung. Jochen Schweizer hingegen hat Angst, sein Geld nicht wieder zu sehen, und ist „raus“.
Die Gründer sehen im geforderten Rückfluss jedoch eine Bedrohung für die Liquidität des Unternehmens und unterbreiten wiederum ein Gegenangebot: Für die 120.000 Euro gibt es nur 15 % des Unternehmens sowie 30 Cent pro Packung. Für Frank Thelen wäre dies eine „Spende“ und so steigt er, wie auch Judith Williams und Vural Öger, aus. Wie aus dem Nichts kam es in diesem Moment jedoch zu einem „Wiedereinstieg“ von Jochen Schweizer: Er nahm, auf Basis von Gründen, welche er in diesem Moment selbst nicht wirklich artikulieren kann, dieses Gegenangebot der Gründer ohne weitere Nachverhandlungen an.
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