Christian Keller leitet seit 2005 seinen eigenen Spieleverlag und ist daher immer auf der Suche nach neuen Spielideen. Ein Wunsch seiner Nichte brachte ihn auf einen besonderen Einfall: Ein essbares Memory Spiel. Das Spielprinzip war simpel: Wer ein Pärchen findet, darf dieses verspeisen. Aus dieser ersten Idee entstand jedoch schnell ein eigenes Unternehmen – My Schoko World – in welches der Gründer bereits 90.000 Euro investiert hat. Für weitere Schritte benötigt er jetzt jedoch tat- und finanzkräftige Unterstützung seitens der Löwen. Sein Angebot an diese: Für 80.000 Euro gibt es 15 % der Firmenanteile.
Schokoladenprodukte mit dem eigenen Foto: Was mit dem Schoko-Memory begann, hat sich zu einem umfangreichen Produktportfolio entwickelt, das eine gemeinsame Idee eint: die individuelle Gestaltung der Schokolade als Geschenkidee. Dieses Präsent wird hübsch verpackt versendet, inkl. Grußkarte und Erinnerungsfoto, welches den Beschenkten auch nach dem Verzehr der hochwertigen belgischen Schokolade als Andenken bleibt. Der frisch eröffnete Online-Shop brachte dem Gründer im letzten Quartal bereits 45.000 Euro Umsatz ein. Ein guter Investment Case für die Löwen?
Der Gründer wollte dies mit einer Charme-Offensive begünstigen und hatte für jeden Löwen ein individuelles Schokoladen-Geschenk dabei. Dies gefiel Jochen Schweizer zwar, hielt ihn jedoch trotzdem nicht davon ab, direkt den Deckungsbeitrag zu analysieren. Dieser fällt nach seinem Ermessen bei 7 Euro Herstellkosten und einem Verkaufspreis von 16 Euro aktuell zu gering aus. Der Gründer hatte jedoch einen guten Konter parat: Durch Extra-Optionen wie Beschriftungen, Grußkarten und Geschenkverpackungen kann er den Produktpreis deutlich erhöhen, ohne dass die Herstellkosten entsprechend mitwachsen. Zudem stellte er – bei höheren verkauften Stückzahlen – eine Herstellkostenreduktion um bis zu 50 % in Aussicht. Die Löwen waren sichtlich beeindruckt.
So gab es direkt ein Angebot von Vural Öger und Judith Williams: 80.000 Euro für 30 % der Anteile. Jochen Schweizer zog mit seinem Angebot finanziell gleich, brachte jedoch noch die Chance ins Spiel, die Schokolade auf seinem Webportal zu vertreiben. Zickenkrieg zwischen Williams und Schweizer, genervtes Augenrollen von Öger – das Finale der Sendung brachte noch mal ordentlich Zündstoff. Kern des Disputs war die Frage Joch Schweizers, inwieweit die beiden Streithähne garantieren können, das Produkt auf ihren Plattformen zu vertreiben. Frank Thelen hätte dabei der „lachende Dritte“ sein können, wollte aber nicht investieren.
Allesamt hatten sie die Rechnung jedoch ohne den Gründer gemacht. Der sah in den geforderten 30 % eine zu geringe Bewertung seiner Person und seiner Unternehmung. Daher wollte er maximal 18 % für diese Summe abtreten. Damit waren Judith Williams und Vural Öger nicht einverstanden und somit „raus“. Jochen Schweizer wollte maximal auf 25,1 % runtergehen und drohte dem Gründer relativ unverblümt damit, ansonsten ein Konkurrenzprodukt zu entwickeln. Harte Bandagen, die jedoch zum Erfolg führten: Der Deal stand. Und mit diesem „stärksten Gründer, den wir je hatten“ (O-Ton Jochen Schweizer) endete die 2. Staffel der Höhle der Löwen.
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