Die Höhle der Löwen hat ja schon eine gewisse Tradition hinsichtlich Kandidaten, welche sich für einen bleibenden Eindruck nicht allein auf ihre Geschäftsidee verlassen. Einen Einstieg wie den von Marvin Kruse von Pfotenheld hatte man trotzdem noch nicht gesehen: Statt mit einem Direkteinstieg in das Geschäftsmodell begann er seinen Pitch sehr poetisch. Er leitete seinen Auftritt mit einer vom Zettel abgelesenen, lyrische Ode an den Hund ein, was ihm seitens der Investoren das ein oder andere Stirnrunzeln einbrachte.

Dabei hatte der junge Gründer von Anfang an „richtig Bock auf die Löwen“ und wollte sie von seiner ungewöhnlichen Geschäftsidee überzeugen: Den 0-Euro-Shop für den Hund bzw. für das Herrchen oder Frauchen. Hierbei bietet er in seinem Online-Shop kleine Boxen mit drei Produkten für den Hund tatsächlich kostenlos an – sein Geld möchte er mit den Versandkosten verdienen. Um durch größere Einkaufsmengen seine Einkaufspreise senken zu können, bot er den Löwen für 250.000 Euro 25 % seines Unternehmens an.

Die Idee, die eigentliche Leistung für den Kunden kostenlos anzubieten und trotzdem Geld zu verdienen, ist spätestens seit dem Erfolg von Google an sich kein Paradoxon mehr. Jedoch kostet Google jede weitere Websuche eines Nutzers nur marginal mehr – man spricht hier auch von einem Null-Grenzkosten Geschäftsmodell. Pfotenheld hingegen muss für jedes weitere „Gratis-Produkt“ bezahlen. Ein Konzept, das den Löwen ordentlich Bauchschmerzen bereitete. Frank Thelen machte einmal mehr das „Rumpelstilzchen“, so emotional lehnte er das vorgestellte Geschäftsmodell ab. Auch Jochen Schweizer, der als einziger das einleitende Gedicht positiv würdigte, lehnte nach einem Einblick in die Zahlen dankend ab. Vural Öger meinte gar, der Gründer würde keinen Cent mit seiner Idee verdienen.

Die Damen in der Runde waren da etwas gnädiger. Judith Williams fand den Gründer sehr sympathisch, doch sein „Business sei kein Business“. Lencke Steiner konnte Marvin Kruse hingegen entlocken, dass er neben seinem Online-Shop eine Karriere als Schlagersänger verfolgt. Unvermeidlich folgte darauf noch eine Gesangseinlage des Gründers, die dummerweise ziemliche ähnliche Erwartungen der Löwen hinsichtlich seiner Erfolgsaussichten mit sich brachte, wie Geschäftsidee Nr. 1. Vural Öger ließ sich sogar, glücklicherweise außer Hörweite des Gründers, zur Aussage verleiten, dass sich dessen Gesang maximal dazu eigne, Partygäste zur Heimreise zu bewegen.

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