Sunbonoo – Eine Milliarde auf Mallorca?
Die nächsten beiden Gründer, Andrea Högner und Roland Jäger, haben ihr Unternehmen Sunbonoo auf der sonnigen Ferieninsel Mallorca gegründet. Stolz erzählen sie, dass ihr Erlebnisbuchungsportal für Urlaubsregionen jetzt schon seit 3 Jahren existiert und sie in dieser Zeit 400 Kooperationspartner gewinnen konnten. Das Geld verdient Sunbonoo dabei über die Provisionen der online präsentierten Erlebnisanbieter. So kamen die beiden Gründer mit 70 Erlebniskategorien inzwischen auf einen Umsatz von 200.000 Euro.
Aus ihrer Sicht eher ein kleiner Betrag, denn allein der Stammsitz Mallorca böte ein Marktpotenzial von einer Milliarde Euro. Zudem wollen sie ihr Angebot auf weitere Urlaubsregionen ausweiten. Dies erfordert natürlich frische Liquidität, welche die Löwen bereitstellen sollen. Für die benötigten 250.000 € werden ihnen dafür 15 % der Unternehmensanteile dargeboten. Als kleine Schmeicheleinheit verteilen die Gründer zunächst individuell ausgesuchte Erlebnisgutscheine an die fünf Löwen. „Du schenkst mir ein Erlebnis…“ – Jochen Schweizer reagierte sichtlich süffisant auf den Gutschein eines direkten Konkurrenten zu seinem Geschäftsmodell.
Erlebnisse und Urlaub – für diese zwei Themen saßen den Gründern mit Jochen Schweizer und Vural Öger zwei ausgewiesene Experten gegenüber. Und deren Resonanz auf das präsentierte Geschäftsmodell gab eher wenig Anlass für Optimismus. So wies Vural Öger direkt auf den „längeren Arm“ der großen Reiseveranstalter hin, welche notfalls auch für eine Weile ihre Konkurrenzangebote unter Selbstkosten anbieten können, um kleine Anbieter wie Sunbonoo aus dem Markt zu drängen. Die Gründer sollten daher „gewisse Realitäten erkennen“.
Für die betriebswirtschaftliche Analyse spielten sich Frank Thelen und Jochen Schweizer anschließend die Bälle zu. Eine Analyse der Cost per Order, also dem Betrag, welchen die Gründer für einen Vertragsabschluss auf ihrer Online-Plattform aufbringen müssen, und den erhaltenen Provisionen nährte Jochen Schweizers pointiertes Urteil: Er will nicht in ein Unternehmen investieren, welches 60.000 € ausgibt, um 40.000 € zu verdienen.
Judith Williams hatte mehr Faible für die Idee, als Nischenanbieter dem Kunden „das Besondere“ anzubieten, aber leider nicht für die Reise- und Erlebnisbranche. Daher stieg sie ebenfalls aus. Ebenso wie Frank Thelen, der für das Geschäftsmodell große Herausforderungen im operativen Geschäft sah. Hier könne er auch nicht dabei helfen sicherzustellen, dass die „nette Dame“ für die Massage tatsächlich da ist. Am Ende waren alle Fünf raus – und die Eroberung weiterer Strände durch Sunbonoo muss ohne die Löwen stattfinden.
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on RedditDigg thisShare on StumbleUponEmail this to someone

Comments

comments